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Klebstoffe für Parkett

Parkett kann schwimmend verlegt, verklebt oder auf den Unterboden genagelt/geschraubt werden.

Vorteile des fest verklebten Parketts:

  • Fest verklebtes Parkett kann bei einer Renovierung problemlos geschliffen und neu versiegelt werden.

  • Fest verklebtes Parkett bietet einen höheren Gehkomfort (kein Trommeleffekt).

  • Fest verklebtes Parkett sichert zudem den direkten Wärmedurchfluss bei Fußbodenheizungen.

Die Materialvielfalt beim Parkett selbst ist ebenso riesengroß wie bei den Parkettklebstoffen und allgemeingültige Empfehlungen lassen sich entsprechend nicht geben. Man muss Parkettformate und Parkettsorten beachten. Aus Kostengründen wurden Anfang der 90er Jahre neue Parkettformate entwickelt. Diese neigen - im Verhältnis zu sehr dünnen und breiten Formaten bei der Verklebung mit Dispersions- und Lösemittel-Klebstoffen oft zu Schüsselungen. Gleichzeitig setzte der Modetrend hin zu helleren, aber auch quellfreudigeren Parkettsorten wie z. B. Buche und Ahorn ein. Dies machte die Entwicklung neuer, wasser- und lösemittelfreier Parkettklebstoffe notwendig.

Für die Klebung von Parkett kommen hauptsächlich 3 verschiedene Klebstofftypen zum Einsatz:

  • Lösemittelhaltige Kunstharz-Parkettklebestoffe;

  • Reaktionsharz-Parkettklebestoffe;

  • Dispersions-Parkettklebestoffe.

Lösemittelhaltige Kunstharz-Parkettklebstoffe

Lösemittelhaltige Kunstharz-Parkettklebstoffe bestehen aus Lösemittelgemischten (z.B. Methylacetat, Aceton, Ethanol, Methanol), darin gelöstem Kunstharz (Polyvinylacetat) und mineralischen Füllstoffen, z. B. Kreide. Der Lösemittelanteil liegt zwischen 20 und 25 %.

Vorteile:

  • Lösemittelhaltige Kunstharz-Parkettklebstoffe enthalten kein Wasser und verursachen deshalb eine vergleichsweise geringe Quellung der Parketthölzer.

  • Aus der rein technischen Sicht können zwar fast alle Parkettarten und Hölzer mit einem der lösemittelhaltigen Klebstoffe geklebt werden.

  • Gutmütig gegenüber Verarbeitungsfehlern.

  • Kostengünstig im Einkauf.

Nachteile:

  • Dieser Klebstofftyp birgt die größte Gesundheitsgefahr durch das langfristige Ausdunsten von Schadstoffen.

  • Bei sehr empfindlichen Parkettformaten können die Lösemittel zu Schüsselungen der Parketthölzer führen.

  • Weiterbearbeitung erst nach ca. 3 - 7 Tagen möglich.

Reaktionsharz-Parkettklebstoffe

Neben Epoxidharz-Klebstoffen werden in Deutschland hauptsächlich Polyurethanklebstoffe verwendet. Dies sind chemisch abbindende Systeme, mehrheitlich 2-komponentige Produkte, die aus einer Harzkomponente A und einer Härterkomponente B bestehen und vor der Verarbeitung sorgfältig gemischt werden müssen. Teilweise werden auch 1-komponentige Polyurethanklebstoffe verwendet. Diese härten durch Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit. Polyurethan-Parkettklebstoffe sind hervorragende Schnellbauprodukte.

Vorteile:

  • Bereits 12 - 24 Stunden nach der Verlegung des Parketts kann geschliffen und versiegelt werden.

  • Direkt einsetzbar auch auf nicht saugenden, dichten Untergründen wie z. B. Gussasphalt und 2-K-Epoxidharzabdichtungen, die als Dampfbremsen eingesetzt werden.

  • Unverzichtbar beim Verkleben von besonders großformatigem und/oder sehr dünnschichtigem Parkett.

  • Gut geeignet für die Verklebung von sehr wasseremfindlichen (quellfreudigen) Holzsorten, z. B. Buche und Ahorn.

Nachteile:

  • Höherer Materialpreis.

  • Aufwendigere Verarbeitung.

  • Exaktes Mischungsverhältnis.

Dispersions-Parkettklebstoffe

Die umweltfreundlichste Art, Parkett zu kleben, ist zweifellos die Verwendung wasserbasierender Dispersions-Parkettklebstoffe. Diese bestehen aus einer Polyvinylacetat-Kunststoff-Dispersion als Bindemittel und z. B. Kreide als mineralischem Füllstoff.

Vorteile:

  • Umweltfreundlich.

  • Lösemittelfrei.

  • Man braucht keine Arbeitsschutzmaßnahmen.

  • Günstiger Materialpreis.

Nachteile:

  • Bei empfindlichen Parkettformaten kann das enthaltene Wasser zu Schüsselungen führen.

  • Holzsorten, die unter Wassereinfluß recht stark quellen (z. B. Buche und Ahorn), reagieren empfindlich auf die wasserhaltigen Kleber.

  • Eine sorgfältige und damit eventuell auch "teure" Untergrundvorbereitung vor der Verlegung ist notwendig.

  • Längere Wartezeit - ca. 7 Tage - bevor weitergearbeitet werden kann.


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