| Informationen über Parkettverlegung und Parkettpflege direkt von Parkettherstellern. Technische Beratung. |
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Die Oberflächenbehandlungsarten Das breite Parkettangebot lässt sich durch die Art der Oberflächenbehandlung noch variieren. Öle und Wachse ergeben einen anderen Glanz als Versiegelung, die matt, seidenglänzend oder hochglänzend eingestellt werden können. Ob versiegelt, geölt, gewachst oder geölt/gewachst – die Art der Oberflächenbehandlung ist in erster Linie von der zu erwartenden Nutzung abhängig. Versiegelungen Wer eine seidenmatte oder hochglänzende Optik bevorzugt, wählt am besten die versiegelte Oberfläche. Es bildet sich ein fester, wasserbeständiger und mechanisch widerstandsfähiger Film. Je dicker der Auftrag ist bzw. je mehr Schichten übereinander aufgetragen werden, desto größer in der Regel ist die Haltbarkeit. Die Versiegelung kann matt, halbmatt oder glänzend eingestellt sein. Versiegelungen werden entsprechend ihrem chemischen Aufbau in Wassersiegel, Öl-Kunstharz-Siegel, Urethan-Alkydharzsiegel und Polyurethan-Siegel (DD-Siegel) eingeteilt. Im Wohnbereich sollten ausschließlich wasserbasierte Systeme eingesetzt werden. Formaldehydfrei sind alle angebotenen Versiegelungen. Zwar besitzen auch Wassersiegel noch einen Lösemittelanteil, der je nach Produkt zwischen 4 Prozent und 15 Prozent liegen kann, doch sind solche Mittel nahezu geruchlos. Hauptbestandteile von Wassersiegelsystemen sind Acrylat, Polyurethane, Filmbildner und Wasser. Bis zur Beanspruchung des Fußbodens sollte eine Aushärtezeit je nach Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit im Raum von acht bis vierzehn Tagen abgewartet werden. Eine Renovierung abgelaufener Versiegelungen erfolgt durch Schleifen und Neubehandlung. Direkt nach der Verlegung von versiegeltem Ferigparkett wird eine sogenannte Erstpflege mit einem speziellen Pflegemittel empfohlen. Sinn dieser Maßnahme ist es, die noch weitgehend unbehandelten Seitenkanten der Parkettelemente zu imprägnieren, da die Versiegelung noch häufig nur die Oberfläche des Parkettselements schützt. Diese Behandlung ist besonders bei den Hozarten Ahorn, Buche und Esche von Bedeutung. Öle Das Ölen von Parkett ist die ursprünglichste Methode und lässt die Oberfläche in einem natürlichen, matten Ton erscheinen. Natürliche Öle, die zum Teil auch Alkydharze und geringe Lösemittelanteile enthalten, bilden kein Oberflächenbild, sondern dringen tief in die Zellen des trockenen Holzes ein, füllen sie wie einen Schwamm und verhindern, dass andere Flüssigkeiten einsickern können. Darüber hinaus schützt es die Holzoberfläche und macht sie weniger kratzempfindlich. Durch die hauchdünne Schicht, die keinen geschlossenen Film bildet, bleiben die Holzporen deutlich sichtbar. Ein so behandeltes Parkett wirkt lebendig, da das Öl die Holzstruktur besonders betont. Zu berücksichtigen ist es, dass sich die Farbe von hellen Hölzern (wie Ahorn, Birke, Buche oder Esche) durch Öle verändert. Es wird deshalb empfohlen, vor dem Ölen der Fläche Probestücke zu behandeln. Neben der Optik beeinflusst die offenporige Oberfläche das Raumklima positiv: Das Parkett kann die Luftfeuchtigkeit ungehindert aufnehmen und abgeben. Öle werden mit Pinsel, Bürste, kurzfloriger Mohairrolle oder Poliermaschinen eingelassen. Überschüssiges Öl ist mit einem flusenfreien Tuch zu entfernen. Die Aushärtung des Ölanstrichs dauert je nach Produkt bis zu zwanzig Tage, bevor eine Beanspruchung erfogen sollte. Geölte Holzflächen können auch in Teilbereichen durch partielles Anschleifen und Nachölen leicht renoviert werden. Wachs-Systeme Wachse und Hartwachssysteme basieren auf natürlichen und synthetischen Wachsen, z.T. mit geringen Lösemittelenteilen. Sie sind weitgehend geruchlos. Mit deckend oder transparent eingestellten Dekorwachsen lassen sich getönte und farbige Oberflächen erzielen. Wachs wirkt wasserabstoßend und schützt vor Verschmutzung und vor Abrieb. Man unterscheidet hier zwischen Kaltwachsen und Warmwachsen. Beim Kaltwachsen wird das Wachs kalt auf den Holzboden bzw. das Parkett aufgetragen. Dies kann mit der Maschine oder per Hand geschehen. Beim manuellen Wachsen wird das Kaltwachs mit einem Schwamm auf den Boden aufgetragen. Das Wachs sollte sparsam aufgetragen werden. Der Boden sollte zwar vollkommen bedeckt sein, aber ein Schmierfilm darf nicht zurückbleiben. Um eine gleichmäßige Behandlung des Bodens zu erreichen, wird das Wachs mit kreisenden Bewegungen aufgetragen. Dabei muß die Fußbodenoberfläche eine gewisse Wärme aufweisen, sonst kristallisiert das Wachs aus. Beim Warmwachsen werden die gleichen Produkte wie beim Kaltwachsen verwendet. Vor dem Verarbeiten wird das Wachs jedoch auf maximal 80°C erhitzt und mit der Maschine auf den Holzfussboden aufgetragen. Die Temperatur sollte das Wachs während der ganzen Behandlung beibehalten. Man muß jedoch darauf achten, dass das Wachs nicht zu heiss wird, da es sonst zu einem Brand kommen könnte. Warmwachs dringt besser als Kaltwachs in die Poren des Holzes ein und bietet somit eine bessere Versiegelung. Ein zweiter Anstrich mit einem passenden Hartwachssystem ist empfehlenswert. Solch pigmentierte Anstriche sollten jedoch bei Exotenhölzern mit hohem Anteil verschiedener natürlicher Holzinhaltsstoffe nicht angewendet werden. Für Harthölzer aus den Tropen eignen sich besonders dünnflüssige Klarwachse. Nach der Trocknung (etwa ein Tag) kann der Boden mit einer Bohnerbürste oder Poliermaschine nachpoliert werden. Er ist dann sofort begehbar. Eine Renovierung ist auch portiell durch Anschleifen und Nachwachsen problemlos möglich. Öl-Wachs-Systeme Als schichtbildende Systeme geltend, wird hier zwischen zwei Systemen unterschieden: Hartwachsöl als Kombination aus Öl (Leinöl, hölzol u.a.) und Wachs (Bienenwachs u.a.) und Lösemitteln. Getrennter Auftrag: erst Hartöl, dann Nachgang mit Wachs. Das Öl dringt seinerseits tief in die Poren des Holzes ein, Wachs bleibt auf der Oberfläche und wirkt dort schmutzabweisend und wasserabweisend, wobei es noch rutschhemmend ist. Öl-Kunstharzversiegelung Öl - Kunstharzsiegel für Parkett bestehen aus:• trocknenden Ölen • Alkydharzen ( Leinöl u.a.) • Lösungsmitteln Die Ölsiegel härten durch den Sauerstoff der Luft. Es bildet sich ein fester, wasserbeständiger und mechanisch widerstandsfähiger Film. Ölsiegel werden gebrauchsfähig geliefert und sind darüberhinaus leicht zu verarbeiten. Mit einem Verbrauch von 70 - 100 g/m2 ist ( je Arbeitsgang ) zu rechnen. Man erzielt damit seidenmatte bis glänzende Oberflächen, der natürliche Farbton des Holzes wird intensiviert, Kontraste werden angehoben. Hinweis: für die Trocknung wird Sauerstoff benötigt, also sollten Sie für ausreichende Luftung sorgen. Dies bedingt zwangsläufig eine Trocknungszeit von mindestens einem Tag,
abhängig von den raumklimatischen Bedingungen, zumal erst nach dem Verdünsten
eine chemische Reaktion, die Polymerisation, stattfindet, die die endgültige
Härte herstellt. Es sind also unbedingt die Verarbeitungsrichtlinien der
Hersteller zu beachten! Ölsiegel dringen tief in das Holz ein und haben
eine rutschhemmende Wirkung. Aufgetragen werden diese auf Holzpflaster und Dielen. Die Polyurethan-Versiegelung Polyurethan-Versiegelungen (PUR-Siegel / DD - Siegellacke) gibt es als ein oder zwei-komponentige Systeme. Die einkomponentigen haben in der Regel einen höheren Lösemittelanteil. Die Trocknung der Systeme geschieht durch Abgabe der Lösemittel an die Luft als erster Schritt, anschließend erfolgt die chemische Reaktion durch Polyaddition.Achtung: die Härterkomponenten der zwei - komponentigen Systeme reagieren auch mit Wasser - also der Luftfeuchtigkeit. Vorteile dieser Siegel sind ein ausgezeichnetes Haftungsvermögen sowie hohe Chemikalienbeständigkeit. Polyurethansiegel für Parkett werden immer dann eingesetzt, wenn an die Oberfläche besonders hohe Ansprüche gestellt werden. Der Auftrag darf nur auf schubfest geklebtem Material aufgebracht werden. PU-Siegel hat folgende Vorzüge: Die Lieferung erfolgt entweder als gebrauchsfertiger Einkomponenen-Lack oder der Lack und ein dazugehöriger Härter sind getrennt. Mit einem Verbrauch von 100 - 150 g/m2 (je Arbeitsgang) ist zu rechnen. Säurehärtende Versiegelung Säurehärtende Versiegelungen (SH - Siegel) werden i.d.R. zweikomponentig
angeboten, wobei die Härterkomponente eine in Lösungsmitteln dargebotene
Säure darstellt. SH - Siegel besitzen ebenfalls eine ausgezeichnete Haftung
und zusätzlich eine extrem harte Oberfläche bei einer kurzen Trockenzeit
(etwa 3 Stunden). Sofort nach dem Mischen reagieren die Komponenten in Form
einer Katalyse mit einer Polykondensation. Problematisch ist die Abspaltung
(Abgabe an die Raumluft) von Formaldehyd - auch nach der Erhärtung. Deshalb
werden diese Versiegelungen heute so gut wie gar nicht mehr eingesetzt. |
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